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Andreas Übertrager


Vita von Andreas Übertrager

Andreas Übertrager lebt in Österreich und schreibt Geschichten über das, was entsteht, wenn Kreativität auf Kontrolle trifft. Schon früh beschäftigte ihn die Frage, was mit Ideen geschieht, die nie zu Ende gedacht werden – ein Motiv, das sein literarisches Arbeiten bis heute prägt. In Nocturna - Was wir erschaffen, blickt zurück, seinem ersten Roman, verbindet er eine emotionale Freundschaftsgeschichte mit einer reflektierten Auseinandersetzung über künstliche Intelligenz, Identität und die Notwendigkeit von Abschlüssen. Der Autor arbeitet auch außerhalb der Literatur in konzeptionellen und digitalen Kontexten, was seinen Blick auf Systeme, Strukturen und erzählerische Welten beeinflusst.

Interview mit Andreas Übertrager

Wer oder was inspiriert dich zum Schreiben?

Mich inspirieren vor allem Fragen nach Verantwortung, Wahrnehmung und den Folgen menschlicher Entscheidungen. Ich interessiere mich für Orte und Systeme, die scheinbar funktionieren – und erst auf den zweiten Blick etwas Eigenes entwickeln. Schreiben ist für mich ein Weg, diese Spannungsfelder erzählerisch zu erkunden: zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, Spiel und Ernst, Technik und Menschlichkeit.

Wird es ein weiteres Buch geben?

Ja. Nocturna ist als Teil eines größeren erzählerischen Rahmens angelegt. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen, öffnet aber bewusst Räume für eine Fortsetzung. Weitere Bücher sind geplant.

Welches Buch sollte deiner Meinung nach jede:r gelesen haben?

Ein einzelnes Buch festzulegen, fällt mir schwer. Wichtig sind für mich Geschichten, die Fragen stellen statt Antworten vorzugeben. Bücher, die unsere Wahrnehmung verschieben und uns zwingen, über Verantwortung, Identität und Entscheidungen nachzudenken, wirken oft länger als solche, die nur erklären wollen.

Wie würden dich deine Freund:innen beschreiben?

Meine Freund:innen würden mich vermutlich als nachdenklich, aufmerksam und zuverlässig beschreiben. Als jemanden, der gerne zuhört, Dinge hinterfragt und sich Zeit nimmt, bevor er zu einem Urteil kommt.

Was möchtest du deinen Leser:innen mit auf den Weg geben?

Ich möchte meine Leser:innen dazu ermutigen, Fragen zu stellen – auch dort, wo Systeme einfache Antworten versprechen. Zu überlegen, welche Verantwortung wir für das tragen, was wir erschaffen, und aufmerksam zu bleiben, wenn Entscheidungen scheinbar folgenlos wirken.

Was hat dich an der Geschichte von Nocturna besonders gereizt?

Mich hat die Idee gereizt, eine Geschichte zu erzählen, in der etwas scheinbar Harmloses kippt. Nocturna beginnt bewusst leise – und stellt dann Fragen danach, wie viel Kontrolle wir wirklich über das haben, was wir erschaffen, und ab welchem Punkt Verantwortung nicht mehr delegiert werden kann.

Warum hast du dich entschieden, diese Geschichte als Jugendroman zu erzählen?

Jugendliche stehen oft an einem Punkt, an dem Entscheidungen erstmals spürbare Konsequenzen haben. Diese Perspektive erlaubt es, Fragen nach Verantwortung, Kontrolle und Selbstbestimmung besonders klar zu erzählen – ohne sie zu vereinfachen.