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Christoph Holly
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Interview mit Christoph Holly
Wer oder was inspiriert dich zum Schreiben?
Am meisten inspiriert mich mein eigener Unternehmeralltag. Ich erlebe täglich, was Teams leisten, wenn Menschen mit Begeisterung dabei sind, und was passiert, wenn diese Verbindung fehlt. Dazu kommen viele Gespräche mit Führungskräften, die vor denselben Fragen stehen. Und die Natur: Im Wald funktioniert vieles ohne Kontrolle von oben, weil alles miteinander verbunden ist. Dieses Bild begleitet mich beim Schreiben und im Führen.
Wird es ein weiteres Buch geben?
Ja, ein Thema schwirrt mir schon im Kopf herum. Künstliche Intelligenz verändert gerade, wie wir arbeiten. Umso wichtiger wird, was keine Maschine ersetzen kann: echte Verbindung zwischen Menschen. Je mehr Aufgaben die KI übernimmt, desto mehr kommt es darauf an, dass wir uns wirklich mit unseren Mitarbeitenden beschäftigen. Darüber möchte ich als Nächstes schreiben. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf die Gespräche zu „Fans führen".
Welches Buch sollte deiner Meinung nach jede:r gelesen haben?
Ich bin kein großer Vielleser, deshalb möchte ich niemandem ein Pflichtbuch verordnen. Jeder sollte das Buch finden, das ihn gerade weiterbringt. Mich haben vor allem Bücher erreicht, die einfache, aber tiefe Fragen stellen, etwa „Das Café am Rande der Welt" oder Texte der Stoiker. Sie laden dazu ein, über den eigenen Weg nachzudenken und Klarheit zu gewinnen. Genau das ist für mich auch die Grundlage guter Führung.
Wie würden dich deine Freund:innen beschreiben?
Wahrscheinlich als jemanden, der ständig neue Ideen hat und sie auch gleich umsetzen will. Meine Freundinnen und Freunde schätzen, dass ich direkt bin und sage, was ich denke, aber immer auf Augenhöhe. Man kann sich auf mich verlassen, und ich nehme mir Zeit für die Menschen, die mir wichtig sind. Und vermutlich würden sie auch sagen, dass ich mich selbst nicht allzu ernst nehme.
Was möchtest du deinen Leser:innen mit auf den Weg geben?
Führung beginnt nicht mit Kontrolle, sondern mit Verbindung. Wer sich ehrlich für die Menschen in seinem Team interessiert, ihnen vertraut und Verantwortung übergibt, wird erleben, wie aus Mitarbeitenden Fans werden. Das passiert nicht über Nacht, aber jeder kleine Schritt zählt. Mein Wunsch an die Leserinnen und Leser: Probiert es einfach aus. Schon morgen, mit einem echten Gespräch
Warum heißt dein Buch „Fans führen"?
Fans kennt jeder aus dem Sport: Sie sind mit Herzblut dabei, auch wenn es einmal nicht gut läuft. Genau diese Haltung wünschen sich viele Unternehmen von ihren Mitarbeitenden. Aber Fans kann man nicht anordnen. Sie entstehen, wenn Menschen sich verbunden fühlen, wenn sie Vertrauen spüren und Verantwortung übernehmen dürfen. Der Titel bringt auf den Punkt, worum es mir geht: Führung, die begeistert statt kontrolliert.
Für wen ist das Buch geschrieben?
Für alle, die Menschen führen oder es bald tun werden. Für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, die spüren, dass mit mehr Kontrolle nicht mehr Leistung kommt. Für Führungskräfte, die ihr Team in die Eigenverantwortung bringen wollen. Und für alle, die sich auf ihre erste Führungsrolle vorbereiten und von Anfang an einen anderen Weg gehen möchten. Kurz gesagt: für jeden, dem Menschen wichtig sind.