Dissertationen der LMU
Illustrating Sōseki: Bild-Text-Verhältnisse, Motive und Netzwerke in Bewegung
- Transregionale Momente in der japanischen Kunst und Literatur des Fin de Siècle
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Beschreibung
Natsume So¯seki 夏目漱石 (1867–1916) wird wie kein anderer Schriftsteller Japans mit den gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüchen der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und den damit einhergehenden Ambivalenzen der japanischen Moderne assoziiert. Den Erstausgaben seiner Werke waren durch Illustrationen Bild-Text-Verhältnisse immanent, die in späteren Texteditionen nicht mehr gegeben waren und daher oft unbekannt sind. Die vielfältig illustrierten Ausgaben von So¯sekis Werken verdeutlichen jedoch, dass die Textebene nur einen Teil eines ganzheitlich gestalteten Objekts – des Buches – darstellt. Durch Buchdesign, -illustrationen und -schmuck entstehen visuelle Codierungen, die durch den künstlerischen Vorgang – illustrating So¯seki – bildnerische Verknüpfungen zum Text schaffen. Kevin Schumacher-Shoji untersucht solche bisher in der Forschung wenig beachteten Bild-Text-Verhältnisse in So¯sekis Œuvre am Beispiel des Sammel- bands Yo¯kyoshu¯ 漾虚集 („Anthologie: In der Leere treibend“, 1906). Ein besonderer Fokus der Analyse liegt auf den transregionalen und globalen Austauschbeziehungen zwischen Kunst und Literatur sowie auf Motivzirkulationen im Fin de Siècle, die er anhand von So¯sekis Vernetzung und Zusammenarbeit mit japanischen Künstlern wie Hashiguchi Goyo¯ 橋口五葉 (1881−1921) und Nakamura Fusetsu 中村不折 (1866−1943) in den Blick nimmt. Damit regt Schumacher-Shoji an, die moderne Literatur Japans aus der Perspektive der Visual History neu zu erschließen.