Dissertationen der LMU
Versorgungsforschung
- Retrospektive Datenanalyse von Krankenhausakten zur Über- oder Unterdosierung von Protonenpumpenhemmern bei stationären Patienten eines süddeutschen Akutkrankenhauses
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Beschreibung
Protonenpumpeninhibitoren (PPIs) gehören weltweit zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Während in der Literatur primär eine Überversorgung diskutiert wird, zeigt diese retrospektive Studie ein differenzierteres Bild. Die Analyse von über 2.000 Patientenfällen eines süddeutschen Krankenhauses aus den Jahren 2018, 2020 und 2022 ergab: Bei Aufnahme wurden 88% der Patienten leitliniengerecht behandelt, bei Entlassung 83%. Problematisch zeigte sich insbesondere die Unterversorgung bei Entlassung – v.a. bei kardiologischen Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen eine duale Thrombozytenaggregationshemmung oder die Kombination aus Thrombozytenaggregationshemmung und oraler Antikoagulation neu angesetzt wurde. Darüber hinaus, verdeutlicht die retroaktive Anwendung der aktualisierten S2k-Leitlinie „H. pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit“ von 2022 einen erheblichen Handlungsbedarf: Die Unterversorgung würde auf 27% ansteigen, da wichtige Empfehlungen (ASS, P2Y12-Inhibitor, DOAK oder VKA in Kombination mit einem Risikofaktor) verschärft wurden. Somit hebt die Studie die Gefahr einer Unterversorgung mit einem weit verbreiteten Medikament hervor, insbesondere in Bezug auf die Umstellung auf die aktualisierte S2k-Leitlinie von 2022.