Beschreibung
Anna Brenner bucht die Wohnung für drei Monate. Vier Quadratmeter Terrasse, zwei Plastikstühle, Meerblick. Eigentlich wollte sie nur weg — aus Zürich, aus der Ehe, aus einer Erschöpfung, die sich nicht benennen ließ. Vor der Haustür sitzt ein Hund. Er heißt Brio, ist alt, und weicht nicht. Sein Besitzer ist Luca Ferretti, Fischhändler, verwitwet seit zwei Jahren. Er braucht nicht viele Sätze. Die, die er sagt, meint er. Vernazza ist ein Dorf, in dem nichts vergessen wird: Die Boote tragen die Namen der Toten. Die Häuser stehen, wo sie immer standen. Und ein Hund weiß genau, wo er schläft. Anna hatte geplant zurückzugehen. Dann rief Zürich an, und sie sagte zu. Dann rief Vernazza zurück — nicht laut, nicht dramatisch. Einfach: da. *Das Meer vergisst nichts* ist eine Liebesgeschichte ohne Pathos. Über zwei Menschen, die sich nicht suchen. Über einen Hund, der weiß, was er tut. Und über die Frage, ob ein Leben, das man nicht geplant hat, trotzdem das richtige sein kann.