Dissertationen der LMU
Vom Lebensmittelbetrug hin zur Desinformation über Lebensmittel im Lebensmittelstrafrecht
- Eine rechtsvergleichende Untersuchung zwischen Deutschland und Taiwan
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Beschreibung
Wie soll das Lebensmittelrecht auf Täuschungen reagieren? Wann wird Desinformation über Lebensmittel zur Straftat, wann bleibt sie eine Ordnungswidrigkeit? Lebensmittelbezogene Täuschungshandlungen stellen vor dem Hintergrund globalisierter Produktions- und Vertriebsketten eine wachsende Herausforderung für den Verbraucherschutz dar. Die vorliegende Studie zum deutschen und taiwanischen Recht zeigt, dass Lebensmittelbetrug nicht allein in seinen traditionellen Erscheinungsformen verstanden werden kann, sondern auch komplexe Formen der Desinformation über Lebensmittel berücksichtigen muss, die erhebliche Risiken für das Verbrauchervertrauen sowie für die Integrität der Markt- und Informationsordnung begründen. Auf der Grundlage eines funktionalen Vergleichs der deutschen und taiwanischen Gesetzgebung analysiert die Arbeit unterschiedliche Konzepte des strafrechtlichen Täuschungsschutzes. Sie plädiert für eine Neustrukturierung des strafrechtlichen Täuschungsschutzes, die nicht ausschließlich am präventiven Gesundheitsschutz ausgerichtet ist, sondern die Dispositionsfreiheit der Verbraucher sowie die Integrität der Lebensmittelkennzeichnung als schutzwürdige kollektive Rechtsgüter anerkennt. Damit leistet die Dissertation einen eigenständigen Beitrag zur Fortentwicklung des Lebensmittelstrafrechts an der Schnittstelle von Lebensmittelstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Strafrechtsvergleichung.